
Demut und Respekt
Neulich habe ich einen Beitrag von Jürgen Werth - Journalist, Buchautor und Liedermacher - gehört. Ich war so beeindruckt, dass ich dir untenstehend eine Zusammenfassung weitergebe. Der gesamte Beitrag kann hier angehört oder gelesen werden: Demut und Respekt - erf.de
Mancher weiss alles, und er weiss alles ganz genau. Andere Meinungen hört er nicht, und wenn doch, lässt er sie nicht gelten. Eine Studie hat vor ein paar Wochen gezeigt: Je schlichter einer ist, je einfältiger er tickt, desto mehr trifft das auf ihn zu. Um es mit Kurt Tucholsky zu sagen: „Wissen macht zaghaft, Dummheit weiss alles.“
Irgendwie beschreibt das die Debatten dieser Jahre. In der Politik, in den sozialen Netzwerken…
Vielleicht müssen wir ganz neu das Zuhören einüben, bevor wir reden. Demütig und respektvoll. Wer nicht mehr zuhört, erfährt nichts Neues. Er bleibt auf seinem Stand-Punkt und kommt nicht mehr vom Fleck.
Beim Philosophen Hans-Georg Gadamer habe ich einmal gelernt: Ein wirkliches Gespräch kann man nur unter der Voraussetzung führen, dass der andere recht haben könnte. Wenn man das von vornherein ausschliesst, kann man sich das Gespräch tatsächlich sparen.
Es ist Zeit für einen Neuanfang. Helfen kann ein kleiner Satz in der Bibel, den der Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth geschrieben hat: Wir erkennen stückweise. Also: Jeder erkennt ein kleines Stück der Wahrheit. Jeder einzelne, jede Gruppe, jede Gemeinde. Niemand erkennt das Ganze. Die Zeit der Universalgelehrten ist ein für alle Mal vorbei.
Ja, Respekt - wenn der sich zur Demut gesellen würde, gäbe es wieder Hoffnung für die Debatten in der Gesellschaft…